Von Masken, Jogginghosen, Lego-Raketen und Globalisierung

Von Masken, Jogginghosen, Lego-Raketen und Globalisierung

Homeoffice? Maximal einmal die Woche Montags oder Freitags!

HR Mitarbeiter

Jaja, die lieben IT’ler. Am liebsten wollen Sie fünf Tage die Woche von zuhause arbeiten und gar nicht mehr im Büro erscheinen. So oder so ähnlich müssen viele Personaler vor März 2020 gedacht haben. Das Zitat oben wurde mir einmal bei einer großen Modekette entgegen geworfen. Tja lieber Personaler, wenn Sie dann noch erwarten dass man bis 16:30Uhr im Büro hockt, passt das aber nicht mit den Kita Schließzeiten zusammen und damit auch nicht in mein Leben.

Die Situation ist nun schon mehrere Jahre her und natürlich ist daraus nichts geworden. Landein, Landaus findet man aber immer noch Unternehmen die den Mitarbeitern nur wenig Flexibilität zumuten können oder wollen. Das mag gar nicht unbedingt an den Personalern liegen, oft ist es auch Firmenphilosophie oder einfach die (nicht vorhandene) technische Ausstattung.

Seit März mussten nun viele Firmen in Hau-Ruck Aktionen die technischen Voraussetzungen schaffen, Prozesse neu organisieren und Mitarbeiter einweisen. Und siehe da, in den meisten Fällen klappt alles ganz gut. Zumindest in den Bereichen in denen es möglich ist. Und so schnellten der Verkauf von Strümpfen und Jogginghosen nach oben und die Business Anzüge verstauben im Schrank. Selbst Vertriebstermine konnten von Remote über diverse Online Tools abgehalten werden. Im Hintergrund tauchen da schon mal Kinder, Wasserfälle oder eben Lego-Raketen auf. Irgendwie bringt uns das alle näher zusammen und sorgt immer wieder für Gesprächsstoff. Es macht den Gegenüber menschlicher und da auch die Entscheider immer jünger (oder Ich immer älter?!) werden liegt man meist auf einer Wellenlänge.

Auch größere Unternehmen sehen auf einmal, das Remote geht. Bürostandorte werden stillgelegt, die Leute sollen von Zuhause arbeiten und selbst die Berater müssen nicht mehr im Beraterbüro eingesperrt werden. Die Arbeit wird ja auch so erledigt!

So richtig locker sollten wir Berater diese Situation aber nicht sehen. In Zeiten von wirtschaftlichen Schwierigkeiten, werden gerade in den betroffenen Branchen Projekte zurück gefahren oder gleich ganz gestoppt. Wohl dem, der besondere Themen betreut, aber selbst diese sehe Ich vor einer unsicheren Zukunft. Wer will schon sein Rechenzentrum erneuern oder viel Geld in Beratertage zu einer S/4 Konversion stecken, wenn das Säckl doch gerade arg knapp ist?

Und wenn dann doch mal investiert werden soll, warum greife Ich dann nicht auf die großen zurück? Auf die Unternehmen die auch Subs aus Malysia, Indien oder Pakistan beschäftigen? Gute Frage, nächste Frage!

Ich hoffe dass sich der deutsche Beratermittelstand seine Agilität erhält, größer sein als die Big Player kann man nicht. Aber muss man das überhaupt? Flexibler, persönlicher und ohne großen Prozess Pomporz lässt sich zumindest im Mittelstand noch der ein oder andere erfreute Kunde finden. Bis wir wieder die Anzüge hervorholen dürfen vergeht vielleicht noch der ein oder andere Monat, bis dahin lasst uns gemeinsam tolle Projekte stemmen. Egal ob nun in Jeans und Hemd oder im Superman T-Shirt und der Joggingbuxe. Den es geht auch Remote und das ziemlich gut.

P.S.: Schöne Grüße an den zitierten Personaler

 

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